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Neuer Jahrgang gestartet

In einer Feierstunden erhielten die Schülerinnen und Schüler ihre Aufnahme-Zertifikate in das Programm MINToringSi.
In einer Feierstunden erhielten die Schülerinnen und Schüler ihre Aufnahme-Zertifikate in das Programm MINToringSi.

26 Schülerinnen und Schüler erhielten in einer kleinen Feierstunde ihre offiziellen Aufnahmezertifikate für das Programm MINToringSi. Über drei Jahre hinweg werden die Teilnehmenden von fünf so genannten MINToren auf ein Studium im MINT-Bereich vorbereitet. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, die jungen Menschen frühzeitig an die Karriereperspektiven in unserer Region heranzuführen“, erläuterte der Vorsitzende des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen, Dipl.-Ing. Jörg Dienenthal, eine der Zielsetzungen des Programms.

Für Prof. Holger Schönherr, Prodekan für strategische Entwicklung der Fakultät, zeigen sich die positiven Effekte des Programms auch in den reduzierten Studienabbrecherquoten. „Natürlich bedeutet die Teilnahme am Programm zusätzliche Arbeit. Aber die positiven Effekte zeigen sich in den zurückliegenden Jahrgängen deutlich. Es spricht für sich, dass wir in diesem Jahr zwei ehemalige Teilnehmende des Programms als MINToren gewinnen konnten.“

„Die MINT-Fächer sind in unserer technisierten Welt von entscheidender Bedeutung um den anstehenden Herausforderungen gerecht zu werden“, ergänzt Werner Hücking von der Bezirksregierung Arnsberg. „Das Programm zeigt, welche positiven Effekte es hat, wenn sich alle Akteure engagieren und gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten.“

Dass man die einzelnen Punkte in der persönlichen und unternehmerischen Entwicklung oft erst in der Rückschau verbinden kann zeigte sich im Gastvortrag von Dr. Alexander Hoffmann, Geschäftsführer der statmath GmbH aus Siegen.  Der promovierte Mathematiker motivierte die am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms, ihren Begabungen und Neigungen zu folgen: „Wenn man weiß, dass man etwas richtig gut kann, dann sollte man dies auch verfolgen.“ Parallel dazu gab er den zukünftigen MINTees den Rat, ihre Herzenswünsche nicht beiseite zu legen um einer beruflichen Laufbahn zu folgen.

Das Programm MINToringSi fördert seit 2008 in jeweils drei Jahre dauernden Mentoren-Beziehungen den Übergang von der Schule an die Hochschule. Die gerade in den MINT-Fächern besonders hohen Studien-Abbrecherzahlen, konnten in den vergangenen Jahren durch das genau auf die Bedarfe abgestimmte Konzept bei den Teilnehmern nahezu auf null reduziert werden. Der Verband der Siegerländer Metallindustriellen trägt in der Kooperation mit der Universität Siegen mit dem Programm dazu bei, den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Unterstützt wird MINToringSi zudem von der Bezirksregierung Arnsberg.

Experimentelle Forschungen auf vier Gebieten

MINT Camp von MINToringSi an der Universität Siegen

Interesse und eigene Neigungen an MINT-Themen vertiefen und  strukturiert daran arbeiten bis hin zum ersten Kennenlernen des damit verbundenen wissenschaftlichen Arbeitsprozesses – so lassen sich die Zielsetzungen des kürzlich an der Universität Siegen veranstalteten MINT-Camps zusammenfassen. Im Projekt MINToringSi, bei dem Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg von der Schule in ein MINT-Studium begleitet werden, spielen solche Veranstaltungen aus dem Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) eine wichtige Rolle. Diesmal konnten die Schülerinnen und Schüler unter insgesamt fünf Workshop-Themen wählen, welche von den studentischen Betreuern, den sog. MINToren,  vorbereitet wurden. 

Zur Vorbereitung darauf gab es von Kristina Großmann eine kurze Einführung in das wissenschaft­liche Arbeiten. Letztlich wählten die „MINTees“ dann vier Projekte aus, die im Team bearbeitet werden sollten. Anschließend stand ein Besuch der Universitäts­bibliothek auf der Agenda. Denn zu Beginn einer wissen­schaftlichen Arbeit steht erst einmal die Literatur­recherche, die Suche nach wissenschaftlichen Quellen wie Fachartikel, Bücher oder Dissertationen aus dem jeweiligen Themengebiet, um beispielsweise  das Forschungsgebiet kennen zu lernen und um sich einen Überblick über den Forschungsstand auf dem behandelten Gebiet zu verschaffen.  MINTorin Kristina Großmann hatte bereits zuvor klar  gemacht, dass die Nutzung von Suchmaschinen im Internet  bzw.  von Wissenssammlungen wie Wikipedia  zwar erlaubt sind, „… sie dienen aber nur für eine grobe Orientierung“.

 

Eine Gruppe befasste sich mit Experimenten aus der Nanotechnologie.
Eine Gruppe befasste sich mit Experimenten aus der Nanotechnologie.

Der weitereTag war dann der praktischen Arbeit in Gruppen vorbehalten. Ein Workshop befasste sich unter Leitung von Kristina Großmann mit Experimenten aus der Nanotechnologie. Hier wurden Thermometer aus verschiedenen Flüssigkristall­mischungen hergestellt. Weiterhin befasste man sich mit dem Thema lumineszierender Biomarker. Diese finden beispielsweise in der medizinischen Diagnostik sowie in der Molekularbiologie vielfältige Anwendung, etwa zur Diagnose von Tumorer­krankungen oder zum Nachweis von Stoffwechselprozessen. Außerdem wurde mit einem Ferrofluid experimentiert, welches unter dem Einfluss eines Magnetfeldes eine Igelstruktur annimmt.

 

In einem weiteren Workshop wurde eine temperaturgesteuerte Lüfterregelung mit einem Mikrocontroller realisiert.
In einem weiteren Workshop wurde eine temperaturgesteuerte Lüfterregelung mit einem Mikrocontroller realisiert.

Ein weiterer Workshop richtete sich an Elektrotechnik- und Informatik-Interessierte. Sie realisierten unter Anleitung von Florian Otto und Alexander Keil eine temperaturgesteuerte Lüfterregelung mit einem Mikrocontroller. Die Teilnehmer, die im Laufe des Workshops auch ein Leiterplattenlayout entwerfen und realisieren und auch ein Programm in der Programmiersprache C entwickeln mussten, konnten ihre Arbeiten am Ende mit nach Hause nehmen und sie dann beispielsweise praktisch an einem Notebook testen.

Bei MINTor Philipp Krumm konnten die Teilnehmer in die Welt der Quantenphysik eintauchen. Zunächst gab es eine Einführung in die experimentellen und theoretischen Grundlagen der modernen Quantenphysik. Der Welle-Teilchen-Dualismus, Materiewellen und ihre mathematische Formulierung standen ebenso auf dem Programm wie Begriffserläuterungen zu Unschärferelation, Verschränkung, Tunneleffekt und Schrödingergleichung. Auch hier gab es praktische Versuche, beispielsweise wurde die Speicherkapazität einer CD mittels Laser bestimmt.  Einige Teilnehmer fanden diesen Workshop interessant und mysteriös zugleich. Kein Wunder, „denn viele Phänomene der Quantenphysik widersprechen der Alltagserfahrung und dem gesunden Menschenverstand“, so Philipp Krumm.

Im vierten Workshop Biologie stellten Anna Rauschert und Florian Schneider „Verrückte Sinne“ und „sichtbare DNA“ in den Mittelpunkt. So wurde die Kommunikation zwischen menschlichen Geruchs- und Geschmacksinn praktisch getestet mittels Hörprüfungen und beim sog. Weberschen Dreischalenversuch die subjektive Temperaturempfindung wahrgenommen. Weiterhin wurden die DNA einer Banane extrahiert  und ein Riesenchromosom aus der Speicheldrüsenzelle einer Zuckmückenlarve präpariert. Für alle Teilnehmer des MINT-Camps ging am Abend eine interessante wie arbeitsreiche Zeit zu Ende.