Archiv der Kategorie: Aktuelles

Intelligenter LED-Würfel überzeugte die Jury

mint-9641_smallIm Rahmen des Programms MINToringSi stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kürzlich im Haus der Siegerländer Wirtschaft ihre Projekte vor. Die Teams, die sich  aus Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulen  zusammensetzen, präsentierten dabei die Ergebnisse der knapp halbjährigen Projektphase. Sie hielten jeweils einen Vortrag und zeigten zum Teil bereits einen Prototyp.

Vor den Präsentationen wurde in den Grußworten von Jörg Dienenthal, Vorsitzender des VdSM Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V., Prof. Schönherr, dem Dekan der Fakultät IV der Universität Siegen sowie von Werner Hücking von der Bezirksregierung Arnsberg die Wichtigkeit des Nachwuchses in MINT-Fächern betont. Anschließend präsentierte die erste Gruppe ein ferngesteuertes Auto, welches über WLAN per Laptop oder Handy gesteuert werden kann. Die zweite Gruppe stellte einen intelligenten LED-Würfel vor, der mittels mehreren Sensoren zum Beispiel die aktuelle Temperatur ermitteln und darstellen kann. Die dritte Gruppe beschrieb in Ihrem Vortrag ein chemisches Verfahren zur Erstellung von Furan aus Kleie. Im abschließenden vierten Vortrag wurde eine beleuchtete Gehhilfe präsentiert.

In der folgenden Pause beriet die Jury über das beste Projekt. Ausgezeichnet wurde der intelligente LED-Würfel, der die Jury am meisten überzeugte. Die Gruppe, bestehend aus Lena Wüllner, Esther Klapczyk, Karla Heckhäuser, Hankun Chen, Finn Schneider und Lukas Schmidt, beeindruckte insbesondere durch die schriftliche Abschlussarbeit, die zu einem großen Teil in die Bewertung mit einfloss. Die Ausarbeitung genügt wissenschaftlichen Ansprüchen und dokumentiert das Projekt außerordentlich gut.

Die Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen des Programms noch ein weiteres Jahr an der Universität von den MINToren betreut.

Sieger des Jahrgangs 2015 gekürt

Sicher mit dem Fahrrad unterwegs mit innovativer selbst konstruierter Multifunktionsjacke

Im Rahmen des MINToringSi Programms wurde im Haus der Siegerländer Wirtschaft eine von fünf Gruppen zum Sieger der fünf Monate dauernden Projektphase gekürt. Das Projekt der Gruppe – eine Blinkeranlage für Fahrräder mit zugehöriger Funktionsweste.

Gruppenbild Preisverleihung MINToringSI
Sieger der MINToringSi Projektphase 2015: (v.l.n.r.) Dr. Bernd Klose, Prof. Dr. Thomas Seeger, Leo Fischer, Tim Elter, Domenic Gust, Tobias Adam, Jona Irle, Werner Hücking, MINTor Daniel Herrmann, Dipl.-Ing. Jörg Dienenthal (Krankheitsbedingt fehlte das sechste Gruppenmitglied: Tom Lorenz Klein)

Nach der vorangegangenen schriftlichen Ausarbeitung der Projekte hatten die Gruppen die Gelegenheit, ihre Projekte inklusive der konstruierten Prototypen einem interessierten Publikum aus Vertretern von Unternehmen, Lehrern und Eltern zu präsentieren. Die Bandbreite der vorgestellten Arbeiten umfasste neben dem Siegerprojekt die Entwicklung einer Laserharfe, den Bau eines Bakterien-Brutkastens und eines „Sun-Freezers“ sowie eine Idee zum Recycling von Thermoplast-Kunststoffen.

„Neben der guten Dokumentation, der guten Recherche und der Präsentation der Arbeit, stach insbesondere die Idee heraus, einen vertrauten Alltagsgegenstand um Funktionalitäten der Moderne zu erweitern.“, erläuterte Dr. Bernd Klose, Programmleiter seitens der Universität Siegen die Juryentscheidung in seiner Laudatio. „Die Gruppe setzte sich intensiv mit ihrer Idee auseinander und hat sogar eine kleine Umfrage zur Relevanz ihres Projektes gestartet. Wichtig war ihnen, die Sicherheit für Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu erhöhen“ ergänzt Christina B. Schmidt, Programmbetreuerin seitens des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen e.V. (VdSM). Das Ergebnis des Projektes, ein mit Blinkanlage ausgestattetes Fahrrad, sowie eine dazugehörige per Funk angesteuerte Weste mit daran befestigten LED, konnte dem beeindruckten Publikum funktionstüchtig vorgestellt werden.

MINToringSi fördert seit 2008 in jeweils drei Jahre dauernden Mentoren-Beziehungen den Übergang von der Schule an die Hochschule. „Wir möchten mit diesem Programm dazu beitragen, die Fachkräftesicherung auch für unsere Unternehmen zu unterstützen. Es setzt daher auch auf die mit den naturwissenschaftlich-technischen Fächern verbundene Faszination, die die Teilnehmenden zusätzlich für ein Studium motiviert“ schildert Jörg Dienenthal, Vorsitzender des VdSM die Hintergründe.

Werner Hücking, der sich für das Programm seitens der Bezirksregierung Arnsberg stark macht, wünscht sich, „dass das Programm auch anderen Schülerinnen und Schülern Mut macht, sich mit den MINT-Fächern zu beschäftigen. Ein solides Studium in diesem Bereich abzuschließen ist nicht nur besonders Begabten möglich, vor allem bei den bemerkenswert guten Betreuungsverhältnissen an der Universität Siegen.“

Prof. Dr. Thomas Seeger, Prodekan für Qualität und Internationales der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen, ergänzt aus Elternsicht die positiven Effekte, die die Teilnahme an Förderprogrammen dieser Art auf die Teilnehmenden habe: „Die Jugendlichen entwickeln sich, werden sich ihrer Stärken bewusst und lernen, als Team zu agieren. Auch durch die Konfrontation mit Schwierigkeiten im Projekt wächst der Erfahrungshorizont der Teilnehmenden.“

MINT zum Anfassen und Ausprobieren

MINT-Camp 2017 im Rahmen des Projektes MINToringSi – Teilnehmende des Chemieworkshops mit ihren selbstgebauten Lava-Lampen und betreuende MINToren.
MINT-Camp 2017 im Rahmen des Projektes MINToringSi – Teilnehmende des Chemieworkshops mit ihren selbstgebauten Lava-Lampen und betreuende MINToren.

Gut 20 Schülerinnen und Schüler hatten am vergangenen Wochenende die Gelegenheit die Universität Siegen und ihre potentiellen Studienfächer im Rahmen des so genannten MINT-Camps besser kennen zu lernen.  „Wir stellen häufig fest, dass die neuen Studierenden das erste Semester für die Orientierung in den neuen Strukturen benötigen“, schildert Dr. Bernd Klose, Geschäftsführer der Fakultät IV und Projektbetreuer seitens der Universität. „Die von den MINToren organisierte Uni-Rallye und die für das Gespräch mit der Studienberaterin gesammelten Fragen helfen den potentiellen Studierenden sich bereits vorab zu orientieren. Auf diese Weise können sie effektiver ins Studium starten.“

„Das MINT-Camp ist aus unserer Sicht ein sehr guter Baustein im Programm, der den Schülerinnen und Schülern vor allem eher praktische Anwendungsfelder der Studienfachinhalte zeigt“, so Christina B. Schmidt, die das Programm für den Arbeitgeberverband Siegen-Wittgenstein betreut. „Die MINT-Fächer werden dadurch mit Leben gefüllt und die Workshops helfen dabei, Begeisterung zu wecken und so die Motivation für ein Studium zu stärken.“

Das MINT-Camp fand an zwei aufeinander folgenden Tagen statt. Am Samstag standen von den MINToren organisierte Workshops mit verschiedenen naturwissenschaftlich-technischen Themenschwerpunkten auf dem Programm. Dabei hatten die Teilnehmenden Gelegenheit einfache aber dennoch beeindruckende chemische Experimente durchzuführen, einen Einblick in verschiedene Verschlüsselungstechniken zu gewinnen oder die mechanische Belastbarkeit eines Drahts zu berechnen.

Das Projekt MINToringSi fördert seit 2008 in jeweils drei Jahre dauernden Mentoren-Beziehungen den Übergang von der Schule an die Hochschule. Die gerade in den MINT-Fächern besonders hohen Studien-Abbrecherzahlen konnten in den vergangenen Jahren durch das genau auf die Bedarfe abgestimmte Konzept bei den Teilnehmern nahezu auf null reduziert werden. Der Verband der Siegerländer Metallindustriellen trägt in der Kooperation mit der Universität Siegen mit dem Programm dazu bei, den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Unterstützt wird MINToringSi zudem von der Bezirksregierung Arnsberg.

Allein die Dosis macht das Gift

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Bei Merck in Darmstadt hatten die Teilnehmer des MINToringSi-Programms Gelegenheit, in die verschiedenen Geschäftsbereiche des Unternehmens Einblick zu nehmen.

Auch heute noch gilt dieser von Paracelsus im 15. Jahrhundert geprägte Leitsatz für die Tests von Wirkstoffen in der Pharma- und Chemieindustrie, zum Beispiel bei Merck in Darmstadt. Bei einer gemeinsamen Exkursion zu dem weltweit 50.000 Mitarbeiter zählenden Familienunternehmen hatten die Teilnehmer des MINToringSi-Programms Gelegenheit in die verschiedenen Geschäftsbereiche des Unternehmens Einblick zu nehmen. Dabei war die Station in der Toxikologie nur eine von vielen des abwechslungsreich und interessant gestalteten Tages.

Ziel des Tages war es, den am MINToringSi-Programm teilnehmenden Schülern und Studierenden Einblick in die spannenden Geschäftsbereiche eines großen Pharma- und Chemieunternehmens zu geben und aufzuzeigen, welche Faktoren entscheidend für erfolgreiche Karrierewege in dieser Branche sind. Nach einem kurzen Überblick über die Geschäftsfelder des Unternehmens im Besucherzentrum standen daher zwei Kurzvorträge von zwei jungen Mitarbeiterinnen auf dem Programm. Neben ihrer aktuellen Tätigkeit stellten eine Physikerin und eine Verfahrensingenieurin ihre Lebensläufe und ihre individuellen Wege ins Unternehmen Merck vor. Beide gaben den Besuchern wichtige Hinweise für ihre Karriereplanung mit auf den Weg: Neben Auslandserfahrung in Form von Praktika oder Auslandssemestern sind vor allem der frühe Aufbau eines eigenen Netzwerkes, die Kenntnis der relevanten Schlagwörter, sowie der Spaß an der Sache entscheidend für den Erfolg bei der Stellensuche bzw. einer Initiativbewerbung. „Die Suche nach geeigneten Stellen sollte nicht erst nach Abschluss des Studiums beginnen. Idealerweise behalten Studierende und Schüler bereits frühzeitig Angebote von Unternehmen oder Branchen im Auge, die sie interessieren“, meint Dipl. Chem. Ulrike Strobl, die selbst bereits seit vielen Jahren bei Merck beschäftigt ist und für die Konzeption und Durchführung von wissenschaftlichen Werkführungen zuständig ist.

„Uns ist es besonders wichtig, dass die MINT-interessierten Schülerinnen und Schüler frühzeitig Perspektiven und Ziele entwickeln, die ihnen auch über eventuelle ‚Durststrecken‘ während des Studiums hinweghelfen“, betont Christina B. Schmidt, die die Betreuung des Projektes seitens des Arbeitgeberverbandes Siegen-Wittgenstein seit kurzem übernommen hat. „Bei MINToringSi profitieren MINToren und MINTees gleichermaßen“, ergänzt Bernd Klose, seitens der Universität Siegen verantwortlich für das Programm, „MINTees lernen sich zu organisieren, selbstständig zu arbeiten, bekommen Einblicke in das Leben an der Universität und knüpfen erste Kontakte. Für die MINToren ist das Projekt eine gute Referenz im Lebenslauf, zudem wird auch hier selbstständiges Arbeiten, Teamwork und die Eigenverantwortung gestärkt.“

Das Projekt MINToringSi fördert seit 2008 in jeweils drei Jahre dauernden Mentoren-Beziehungen den Übergang von der Schule an die Hochschule. Die gerade in den MINT-Fächern besonders hohen Studien-Abbrecherzahlen, konnten in den vergangenen Jahren durch das genau auf die Bedarfe abgestimmte Konzept bei den Teilnehmern nahezu auf null reduziert werden. Der Verband der Siegerländer Metallindustriellen trägt in der Kooperation mit der Universität Siegen mit dem Programm dazu bei, den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Unterstützt wird MINToringSi zudem von der Bezirksregierung Arnsberg.

Besuch im Mathematikum und im Liebig Museum

IMG_4462Beim Besuch des Liebig-Museum und des Mathematikums in Gießen konnten sich am 20. Januar 2017 die ca. 30 Schülerinnen und Schüler des neuen MINToringSi-Jahrgangs fachlich begeistern lassen und dabei die MINToren und sich untereinander kennenlernen. Neben lauten und farbenfrohen Experimenten an der alten Wirkungsstätte des berühmten Chemikers Justus Liebig mit Experimentator Eberhard Theophel (siehe Bild) wurde im Museum gleich nebenan Mathematik in unterhaltsamer Form geboten. Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen im „Goldenen Drachen“ in Weidenau. Die Veranstaltung war der Startschuss in das dreijährige Betreuungs- und Beratungsprogramm MINToringSi.

Neuer MINToringSi-Jahrgang gestartet

Prof. Dr. Volker Blanz (Bildmitte) stellte seinen interdisziplinären Forschungsansatz, die „Lernbasierte Gesichtsanimation“ vor.
Prof. Dr. Volker Blanz (Bildmitte) stellte seinen interdisziplinären Forschungsansatz, die „Lernbasierte Gesichtsanimation“ vor.

Kürzlich fand der offizielle Startschuss für den mittlerweile vierten Jahrgang des Projekts MINToringSi im Arthur-Woll-Haus der Universität Siegen statt. Insgesamt 37 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler von Gymnasien und Gesamtschulen aus Siegen-Wittgenstein erhielten am Ende der Feier die schriftliche Zusage in Form von Aufnahmeurkunden für das zwei- bzw. dreijährige Projekt, bei dem sie von studentischen Betreuern, den sogenannten MINToren, von der Schule bis in die ersten beiden Semester eines naturwissenschaftlich-technischen Studiums begleitet werden. Darüber hinaus gab es während der festlichen Aufnahmeveranstaltung vor einem bunt gemischten Publikum – Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrer sowie Vertreter der Universität Siegen und des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen e.V. – auch  Ansprachen der Projektträger, eine Vorstellung der studentischen Betreuer  und der geplanten weiteren Aktivitäten. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit Live-Musik von dem Siegener Studenten Moritz Gadomski und einem MINT-Vortrag zu einem Forschungsthema an der Universität Siegen.

Der Dekan der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen, Prof. Dr.Dr.h.c. Ullrich Pietsch, lobte in seinem Grußwort das  MINToringSi-Projekt. Rund 40 Prozent der Teilnehmer der zurückliegenden Jahrgänge studierten inzwischen an der Universität Siegen. MINToringSi  ermögliche den Schülerinnen und Schülern einen guten Einblick in die Funktion des universitären Lebens. Der Weg von der behüteten Schule in die Selbstständigkeit und Selbstverantwortung eines Studiums sei dabei eine beachtliche Umstellung. Eine große Stärke der hiesigen naturwissenschaftlich-technischen Fakultät wäre die vernetzte Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern, Technikwissenschaftlern und Strukturwissenschaftlern in vielerlei Projekten, um wissenschaftlichen Fortschritt für die Gesellschaft zu generieren.

Jörg Dienenthal, Vorsitzender des ebenfalls an MINToringSi beteiligten Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen e.V., hob in seinem Grußwort die große Bedeutung der MINT-Berufe in den 100 Mitgliedsunternehmen mit rund 15.000 Beschäftigten hervor. „Wir wollen daher Interesse an MINT wecken und um Nachwuchs werben. Unser MINToringSi-Projekt, das Schülerinnen und Schüler in der Schule abholt und bis in die Universität begleitet, ist daher ein sehr guter und richtiger Ansatz“. Das Angebot richte sich dabei an die Besten eines Jahrgangs. Im Projekt würden von den Teilnehmern bestimmte Tugenden wie zum Beispiel Pünktlichkeit, Einsatzfreude und Teamfähigkeit gefordert. Eine Teilnahme an MINToringSi bringe allerdings nur dann einen echten Mehrwert, wenn man sich intensiv einbringe.

Anschließend stellten sich die MINToren, die studentischen Projektbetreuer, persönlich vor und erläuterten die weiteren Projektplanungen. Danach referierte Prof. Dr. Volker Blanz zum Thema „Lernbasierte Gesichtsanimation in Fotos und Gemälden“. Er zeigte in seinem spannenden Beitrag auf, wie sich mittels Gesichtsanimation Inhalte für Medien (etwa als zentrale Bestandteile von animierten Filmen) generieren lassen. „Dies bedingt hohe Anforderungen, da der Zuschauer in diesen Filmen selbst kleine Fehler bemerkt. Während unbewegte Bilder oft überzeugend generiert werden können, erscheinen Bewegungen häufig unnatürlich.“

Im Vortrag stellte Professor Blanz aus der Medieninformatik der Universität Siegen seinen interdisziplinären Forschungsansatz, die sog. „Lernbasierte Gesichtsanimation“ vor. Im Prinzip geht es darum, dass „wir beobachten, was wir auf Gesichtern sehen. Anschließend wird die Beobachtung reproduziert und auf andere Gesichter übertragen“. Somit ist es möglich aus einem 2-D-Portrait ein aus vielen tausend Polygonen bestehendes 3-D-Modell zu generieren. Im nächsten Schritt wird dem Gesicht mithilfe von Vektoroperationen die „mathematische Essenz“, zum Beispiel des Lachens, übertragen. Mit diesem Morphing von 3-D-Gesichtern kann man auch Gemälde animieren und zum Beispiel die ewig lächelnde Mona Lisa endlich zum Lachen bringen.

„Ingenieure entwickeln unsere Zukunft“

Eine Besuchergruppe des Programms MINToringSi informierte sich kürzlich bei Bombardier in Netphen-Dreis-Tiefenbach über die Bedeutung der Ingenieurberufe.
Eine Besuchergruppe des Programms MINToringSi informierte sich kürzlich bei Bombardier in Netphen-Dreis-Tiefenbach über die Bedeutung der Ingenieurberufe.

„Einzig die Technologie hält uns weltweit ganz oben. Und daran haben unsere Ingenieure eine überragende Bedeutung. Allein in unserem Bogie Technical Center entwickeln zukünftig 120 Ingenieure unsere Zukunft“. Diese zentralen Aussagen bekamen gestern Schülerinnen und Schüler des Programms MINToringSi von  Torsten Wied zu hören, als sie sich kürzlich bei Bombardier in Netphen-Dreis-Tiefenbach, dem weltweiten Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Fertigung von Drehgestellen für den Schienenverkehr, über die Bedeutung der Ingenieurberufe informierten. Bis auf den Controlling-Bereich würden in allen Abteilungen in Dreis-Tiefenbach Ingenieure eingesetzt, ergänzte sein Kollege Michael Bieker, der seit 2006 bei Bombardier ist und inzwischen als Teamleiter für die Konstruktion von Straßenbahnfahrzeugen Verantwortung trägt. Er stellte den jungen Besuchern schwerpunktmäßig seine Erfahrungen mit dem dualen Maschinenbaustudium an der Universität Siegen vor.

Torsten Wied gab zum Anfang einen allgemeinen Einblick  in den familiengeführten Bombardier-Konzern mit seinen beiden großen Produktsparten Schienenfahrzeuge und Flugzeuge vor, wofür weltweit 72.000 Menschen arbeiten. Der staatlich geprüfte Maschinenbautechniker gehört seit 1997 dazu. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung als technischer Zeichner und arbeitet heute als Projektingenieur im Bereich der Konstruktion. Zusammengefasst sei es seine Aufgabe, kosteneffizient herzustellende und gleichzeitig lange haltbare Bauteile zu entwickeln. Ein Konstrukteur habe eine hohe Verantwortung, denn schleiche sich ein unentdeckter Fehler bei der Konstruktion eines Bauteils ein, könne dies hohe Folgekosten nach sich ziehen.

Es gehe zudem nicht nur darum High-Tech zu fertigen, betonte Torsten Wied und machte dies mit einem aktuellen Beispiel aus seiner Arbeit deutlich. Für einen Kunden in Bangladesch wird derzeit ein Drehgestell-Auftrag abgewickelt. „Wettbewerbsfähig sein bedeutet auch günstig zu sein für arme Länder. Doch das geht dann nur über Kooperationen“. Die Konstruktion erfolgte in Dreis-Tiefenbach, die Fertigung der technisch einfacheren Laufwerke geschieht  in Indonesien. „Alles in allem macht mir meine Arbeit Spaß. Es ist keine reine Bürotätigkeit, denn die Projektarbeit beinhaltet auch Reisen zu Kunden im In- und Ausland und sie ist interkulturell angelegt“, betonte Torsten Wied.

Für welchen jungen Menschen ist ein Ingenieur-Studium geeignet? „Meiner Meinung nach muss man eine gesunde Neugier und logisches mathematisches Verständnis mitbringen. Es sollte im Maschenbau-Studium hinterfragt werden können, wie etwas funktioniert statt etwas auswendig zu lernen“, lautete die Antwort von Michael Bieker. Als fertiger Ingenieure habe man nicht nur einen vielseitigen und spannenden Beruf, sondern generell auch hervorragende Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.

Darüber hinaus hat aus seiner Sicht gerade ein duales Maschinenbau-Studium einige gewichtige Vorteile: „Bei einem dualen Studium bekomme ich ergänzend zum  Universitätsbesuch auch schon betriebliches Rüstzeug vermittelt und erhalte in dieser Zeit durch den Einkommensbezug finanzielle Unabhängigkeit. Dadurch kann man sich auf das Studium konzentrieren“. Natürlich werde in den ersten beiden Semestern „gesiebt“. Vor einem Ingenieurstudium brauche man aber keine Angst zu haben, schulische Defizite etwa in der Mathematik oder in Englisch könne man mit Energie und Zielstrebigkeit auch noch an der Universität mit Tutorials etc. beseitigen.

Persönlich würde er auch sofort wieder in Siegen Maschinenbau studieren, bekannte Michael Bieker auf Nachfrage. Die hiesige Universität habe im Maschinenbaubereich einen guten Ruf, sie sei grundsolide und überschaubar.  Als Student bekomme man hier beispielsweise schnell einen Termin beim Professor, um Probleme zu klären.

Natürlich besichtigten die Besucher von MINToringSi auch die Fertigung in Dreis-Tiefenbach. Angefangen vom Wareneingang im Kleinteilelager, der Rahmenbearbeitung auf Großbohrwerken bis hin zur Lackierung der Laufwerke und ihrer Endmontage bekamen sie einen guten Einblick in eine effiziente organisierte Fertigung. Außerdem konnten Sie auch einen Blick in die Laufradfertigung werfen.

Internet-basiertes Fernschachspiel „etherchess“ ausgezeichnet

Unser Bild entstand bei der Präsentation eines autonomen bzw. automatisierten Gewächshauses.
Unser Bild entstand bei der Präsentation eines autonomen bzw. automatisierten Gewächshauses.

Noch bevor die Veranstaltung startete, herrschte ein geschäftiges Treiben. So wurde ein großes Planschbecken mit Wasser gefüllt, blinkende Schachbretter und ein Miniatur-Gewächshaus mit diversen Leitungen in Betrieb gesetzt oder eine Miniatur-Garage aufgebaut. Im Arthur-Woll-Haus der Universität Siegen wurden gestern die diesjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Programms MINToringSi vorgestellt. In Teamarbeit hatten sich Abiturienten heimischer Schulen mit ihren universitären Betreuern (MINToren) über mehrere Monate hinweg mit der Bearbeitung von MINT-Projekten befasst. Dabei gingen die Projekte in Umfang und Interdisziplinarität über die schulüblichen Arbeiten hinaus, um einen ersten Einblick in die Studie- und spätere Berufswelt zu vermitteln.

Einen Ehrenpreis erhielt Michel Klappert (rechts) im Namen der Jury von Dr. Bernd Klose (links) überreicht.
Einen Ehrenpreis erhielt Michel Klappert (rechts) im Namen der Jury von Dr. Bernd Klose (links) überreicht.

Vorgestellt wurden insgesamt fünf Arbeiten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, wofür auch das Kürzel MINT steht. Themenfindung, Themenbearbeitung und Organisation in der Gruppe standen dabei auf der mehrmonatigen Agenda, die sich parallel zu den Abiturvorbereitungen vollzog. Eine Gruppe entwickelte ein autonomes bzw. automatisiertes Mini-Gewächshaus, bei dem die für Pflanzen lebenswichtigen Faktoren Temperatur, Bewässerung und Licht(-intensität) über einen Mikrocontroller gesteuert wurde. Alles in allem ein sehr praxisorientiertes Thema, da die automatisierte Pflanzenaufzucht sehr zukunftsträchtig ist. In einer anderen Gruppe wurde ein „autarkes und autonomes Solarboot“ mit automatischer Steuerung und Hinderniserkennung  realisiert. Der kleine Doppelrumpfkatamaran entstand dabei mit Hilfe eines 3D-Druckers.  In einem weiteren Projekt befasste sich Michel Klappert als „Ein-Mann-Gruppe“ mit der Konzeption und dem Zusammenbau einer „mobilen Sensorplattform auf Grundlage eines Luftkissenfahrzeugs“. Er baute nicht nur aus einfachsten Materialien ein Miniatur-Luftkissenboot mit Auftriebsturbinen und Vortriebs-Propeller, wobei letzter über eine Recheneinheit gesteuert und die Sensordaten mittels Mobiltelefon ausgelesen wurden.  Für diese besondere „Fleißarbeit“ erhielt Michael Klappert einen Ehrenpreis.

„Individuelle Garagenerkennung mit Parkassistent“ lautete der Titel einer weiteren Projektarbeit. Hierbei ging es darum, ein erkanntes Fahrzeug in eine vorher registrierte Garage korrekt einfahren zu lassen. Auch hierzu wurden reichlich elektronische Bauteile wie etwa Optokoppler, Distanzsensoren und  Mikrocontroller „verarbeitet“.

Das „etherchess“-Siegerteam von links nach rechts: Leon Gelber, Robert Probsdorfer, Leon Schürmann, Desiree Schütz, Lars Setz und Kristina Großmann (universitäre Betreuerin/ MINTorin).
Das „etherchess“-Siegerteam von links nach rechts:
Leon Gelber, Robert Probsdorfer, Leon Schürmann, Desiree Schütz, Lars Setz und Kristina Großmann (universitäre Betreuerin/ MINTorin).

Mit dem ersten Preis wurde schließlich das Projekt „etherchess“ ausgezeichnet. Leon Gelber, Robert Probsdorfer, Leon Schürmann, Désirée Schütz und  Lars Wilm Setz entwickelten  ein Fernschachspiel, welches mittels Wifi-Anbindung übers  Internet funktioniert. Der Überblick über das gesamte Spielgeschehen ist dadurch gewährleistet, dass auch die Figuren des Gegners auf dem Schachbrett stehen und die Züge leicht nachvollziehbar mit LEDs unter den Feldern dargestellt werden.

„Gelobt wurde von der Jury nicht nur die Idee,  sondern auch die Dokumentation und Präsentation der Arbeit. „Für die Realisierung der Prototypen kam ein hohes Maß an technischem Know-how zum Einsatz, außerdem wurden verschiedene Bereiche wie Chemie bis hin zur Elektronik mit eingebunden. Alles in allem stellt das Projekt etherchess ein Beispiel für ein herausragendes, teamorientiertes und vernetztes Arbeiten dar“, würdigte Dr. Bernd Klose von der Universität Siegen als Vertreter der  Jury diese Arbeit.

Neues MINToringSi-Camp an der Universität Siegen

MINTorin Simone Schütten (links) erklärte den Schaltnetzentwurf einer 7-Segment-Anzeige.
MINTorin Simone Schütten (links) erklärte den Schaltnetzentwurf einer 7-Segment-Anzeige.

Die Heranführung an das Thema MINT (Mathematik, Informatik, Natur­wissenschaften und Technik) funktioniert nach allen Erfahrungen am besten, wenn etwas praktisch ausprobiert wird. Aus diesem Grund spielen im Projekt MINToringSi, bei dem Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg von der Schule in ein MINT-Studium begleitet werden,  die MINT-Camps eine wichtige Rolle. Am vergangenen Wochenende fand erneut eine dieser eineinhalbtägigen Veranstal­tungen an der Universität Siegen mit rund 30 Teilnehmer/-innen und ihren studentischen Betreuern, den MINToren, statt.

Vor allem am zweiten Tag ging es darum, unter Anleitung in kleinen Teams verschiedene Projekte zu erledigen. So wurde ein Solarauto aus einem Bausatz zusammengebaut. Gleiches passierte mit mehreren Sterlingmotoren, deren Nutzarbeit anschließend noch berechnet wurde. Weitere Gruppen befassten sich mit der Veränderung der kristallinen Struktur thermosensitiver Flüssig­kristalle, die bei verschiedenen Temperaturen ihre Farben ändern und beispielsweise zum Bau von Thermometern verwendet werden können.  Darüber hinaus fanden Versuche zum Extrahieren von DNA-Fäden statt. Zwei weitere Teams bastelten mit einfachen Hilfsmitteln Raketen und ließen diese abheben. Weiterhin befasste man sich mit dem Schaltnetzentwurf einer 7-Segment-Anzeige und definierte unter Anleitung die Schaltung mittels sog. Gatter und Eingänge.

Alexandra Röder (rechts) von der Zentralen Studienberatung gab einen Einblick in das Studienangebot der Universität Siegen, und zwar mit dem Schwerpunkt MINT-Fächer.
Alexandra Röder (rechts) von der Zentralen Studienberatung gab einen Einblick in das Studienangebot der Universität Siegen, und zwar mit dem Schwerpunkt MINT-Fächer.

Am ersten Tag des MINT-Camps war es wieder mehr darum gegangen, verschiedene Einrichtungen der Universität Siegen kennen zu lernen. Er begann mit einem „Mensatest“, wo man den Ablauf dieser Einrichtung kennen lernte und auch das bekannt schmackhafte Essen probieren konnte. Danach gab Alexandra Röder von der Zentralen Studien­beratung  eine Einführung in das Studienangebot der heimischen Hochschule. Sie stellte dabei nicht nur die an der Universität Siegen zu studierenden Fächer mit Schwerpunkt MINT vor, sondern warf in einem kleinen „Uni 1×1“ wichtige Fragen zu Bewerbung, Einschreibung und  Numerus Clausus auf. Darüber hinaus sprach Alexandra Röder auch deutlich an, was heutzutage in einem Studium verlangt wird, nämlich Motivation, Wissensdurst, Durchhalte­vermögen und Eigenständigkeit der Studierenden. Anschließend folgte ein Rundgang (eine „Rallye“)  über das Universitätsgelände, wo die MINToren mit vielen Fragen zu den universitären Einrichtungen „gelöchert“ wurden.  Am Ende klang der erste Tag mit einem leckeren Abendessen in einem Siegener Lokal aus.

Start für eine weitere MINToringSi-Gruppe

Prof. Dr. Hans Merzendorfer (rechts) referierte im Arthur-Woll-Haus zum Thema „Insektizide: Wirkungsweisen und Resistenzbildung“.
Prof. Dr. Hans Merzendorfer (rechts) referierte im Arthur-Woll-Haus zum Thema „Insektizide: Wirkungsweisen und Resistenzbildung“.

Ansprachen der Projektträger, Vorstellung der Projektbetreuer, Live-Musik von „Drei-Klang“ sowie ein wissenschaftlicher Vortrag u.a. mit eindrucksvollen Makro-Aufnahmen von Insekten prägten am vergangenen Donnerstag eine Feier im Arthur-Woll-Haus der Universität Siegen. Die Veranstalter des Projekts „MINToringSi“ hatten erneut zur festlichen Aufnahmeveranstaltung 35 ausgewählte Oberstufenschülerinnen und –Schüler und ihre Eltern sowie Pädagogen in das Gästehaus der Universität Siegen eingeladen. Darüber hinaus bekamen die Schülerinnen und Schüler der Clara-Schumann-Gesamtschule und des Gymnasiums Kreuztal, des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Neunkirchen, des Gymnasiums Wilnsdorf, des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, des Gymnasiums Schloß Wittgenstein, des Gymnasiums Netphen sowie des Gymnasiums am Löhrtor, des Evangelischen Gymnasiums Siegen, des Fürst-Johann-Moritz Gymnasiums, des Gymnasiums auf der Morgenröthe und des Peter-Paul-Rubens Gymnasiums in Siegen ihre Aufnahmezertifikate für das Programm „MINToringSi“ überreicht. Über zweieinhalb Jahre hinweg werden sie nun von der Oberstufe bis in ein naturwissenschaftlich-technisches Studium betreut.

Der Prodekan der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen, Prof.-Dr.-Ing. Holger Foysi, ging in seinem Grußwort auf den erfolgreichen Verlauf des MINToring-Projekts ein. Unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ bahnten sich neue große Veränderungen an, die sowohl die Produktion als auch die Organisation, die Kultur und die digitale Kommunikation mit den Kunden in den Unternehmen stark verändern werden. Schon als MINT-Student könne man an diesem Prozess teilhaben. Mit MINToringSi würde die heimische Universität jungen Menschen viele Möglichkeiten bieten, etwa die Mitbenutzung von Laboren oder die Anbahnung von Kontakten bis in die Unternehmen hinein. „Versuchen Sie wissbegierig zu bleiben in Schule und Studium. Löchern Sie die Lehrer und versuchen Sie herauszufinden, was sie nicht wissen“, betonte Prof. Foysi.

Dr. Thorsten Doublet, Geschäftsführer des ebenfalls an MINToringSi beteiligten Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen e.V. hob in seinem Grußwort die intensive Vorbereitung im Rahmen dieses Projekts auf ein MINT-Studium hervor. Darüber hinaus könnten die Programmteilnehmer auch Tugenden einüben, die später im Erwerbsleben wichtig sind. Eine Teilnahme an MINToringSi bringe nur dann einen echten Mehrwert, wenn man sich intensiv einbringe und auch „Tugenden“ wie Pünktlichkeit, Kommunikation, Einsatzfreude und Teamarbeit zeige.

Gruppenbild der MINToren, der studentische Betreuer des neuen MINToringSi-Jahrgangs. Von links Jan Weber, Philipp Vogelsang, Adrian Gatza,  Daniel Hermann und Anna Rauschert. Es fehlt Simone Schütten auf dem Foto.
Gruppenbild der MINToren, der studentische Betreuer des neuen MINToringSi-Jahrgangs. Von links Jan Weber, Philipp Vogelsang, Adrian Gatza, Daniel Hermann und Anna Rauschert. Es fehlt Simone Schütten auf dem Foto.

Anschließend stellten sich die MINToren, die studentischen Projektbetreuer, persönlich vor und erläuterten die weiteren Projektplanungen. Danach referierte Prof. Dr. Hans Merzendorfer zum Thema „Insektizide: Wirkungsweisen und Resistenzbildung“. Der Siegener Molekularbiologe machte dazu eingangs klar, dass das Ertragsniveau in der Landwirtschaft und damit auch die Welternährung ohne Insektizideinsatz nicht zu halten ist. Das Problem dabei: Es bilden sich immer mehr Resistenzen heraus.

Schätzungsweise leben 15 Millionen Arten auf der Erde. Davon sind, so Prof. Merzendorfer, bislang etwa 1,7 Millionen bekannt und darunter wiederum eine Millionen Insekten. „Insekten sind schöne Arten, wie der Referent an Hand von Großaufnahmen zeigte. Sie könnten aber in Schwärmen etwa von Milliarden Wanderheuschrecken, ganz Landstriche leerfressen. Insgesamt würden 40 Prozent der erwirtschafteten Ernte Schädlingen wie Insekten, Unkräuter und Krankheitserregern zu Opfer fallen. Ohne einen wirksamen Pflanzenschutz, der nicht nur chemische Maßnahmen sondern auch Standort, Düngung und Bodenpflege beinhalte, drohten bis zu 80 Prozent Ernteausfälle, so Prof. Merzendorfer. Der Einsatz von Insektiziden müsse auch erfolgen, um die Übertragung von Krankheitserregern mittels Mücken  (Malaria, Denguefieber, Elefanthiasis etc.) zu bekämpfen. Insektizide wirkten dabei relativ selektiv auf wenige Zielorte der Insekten ein, wie zum Beispiel auf die Nervenleitungen, auf die Energieerzeugung in den Zellen oder auf ihr Wachstum und ihre Entwicklung (Chitinsynthasen). An der Universität Siegen beschäftige man sich u.a. mit der Frage, wie Insekten gegen Insektizide resistent werden, etwa mittels sog. Zielortresistenz durch Mutation in den Genomen. So wurde z.B. in Siegen ein Spinnmilben-spezifischer Chitinsynthese-Inihibitor erforscht, um mittels DNA-Extraktion herauszufinden, wo sich Mutationen in den Genomen anreichern.