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MINTees bekamen Tipps zum Wissenschaftlichen Schreiben

Was bedeutet wissenschaftlich arbeiten? Was sind wissenschaftliche Qualitätskriterien? Wie werden Quellen recherchiert, bewertet und richtig zitiert? Antworten auf diese und weitere Fragen haben am vergangenen Wochenende 15 Schülerinnen und Schüler des Coaching-Programms „MINToringSi – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein MINT-Studium“ im Rahmen eines Schreibworkshops erhalten.

Organisiert hatten den Workshop die MINToren Kevin Suta, Till Staschko und Paulus Aleksa, die selbst Studierende bzw. Assistenten und Doktoranden der MINT-Disziplinen an der Universität Siegen sind. „Die MINToren haben den Schülerinnen und Schülern den Workshop angeboten, damit sie Tipps für die schriftliche Ergebnisdokumentation des Forschungsprojektes erhalten, welches im Fokus des zweiten Förderjahres von MINToringSi steht“, sagt Julia Förster, Programmkoordinatorin seitens der Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein.

Die Teilnehmenden, die 2019 ins Coaching-Programm „MINToringSi“ gestartet sind, trafen sich mit ihren MINToren und Programmbetreuern an der Universität Siegen zu einem Schreibworkshop zum Thema „Wissenschaftliches Schreiben“.

Der erste Teil des Schreibworkshops an der Universität Siegen fand im Plenum statt. Unter Einhaltung der Corona-Richtlinien trafen sich daher die drei MINToren mit den Schülerinnen und Schülern sowie den beiden Programmbetreuern Dr. Bernd Klose und Julia Förster im blauen Hörsaal am Adolf-Reichwein-Campus. Nach der Begrüßung erhielten die MINTees von MINTor Kevin Suta zahlreiche Informationen zum Wissenschaftlichen Schreiben. Er wies nicht nur auf formale Dinge, wie die Schriftgröße oder den Zeilenabstand hin, sondern er informierte die MINTees auch darüber, wie beispielsweise das Inhaltsverzeichnis aufgebaut wird oder dass die Kostenkalkulation des Projektes zwar ein wichtiger Bestandteil der Dokumentation ist, aber in voller Detailtiefe in den Anhang gehört.

Im zweiten Teil des Workshops, der am nächsten Tag stattgefunden hat, haben sich die Teilnehmenden in drei Kleingruppen zusammengefunden und auf verschiedene Seminarräume verteilt. Dort haben sie weiter recherchiert und an einzelnen Textpassagen gearbeitet. Aktuell sieht es danach aus, dass sich ein Projekt mit einer Magnetschwebebahn befassen wird. Ein zweites Projekt entwickelt eine Wetterstation, die sich selbstständig mit Strom versorgt. Die MINTees der dritten Gruppe wollen eine smarte Gebäudewand entwickeln, die gemäß dem Vorbild des Termitenhügels stabil, atmungsaktiv und zugleich wärmedämmend sein soll.

Am Ende des Tages zieht Dr. Bernd Klose, der Programm für die Universität Siegen betreut, ein positives Resümee: „Ziel des Schreibworkshops war es, die Schülerinnen und Schüler mit dem wissenschaftlichen Handwerkszeug für den Zwischenbericht, der Ende November abgegeben werden muss, auszurüsten. Das ist den MINToren sehr gut gelungen, sodass man auf die Berichte gespannt sein kann.“

Startschuss für MINToringSi-Projektphase gefallen

Das zweite Förderjahr des Coaching-Programms „MINToringSi – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein MINT-Studium“ steht in diesem Jahr unter ganz besonderen Vorzeichen. „Nachdem im ersten Jahr die Exkursion und das MINT-Camp wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit sich die Teilnehmenden, die 2019 ins Programm aufgenommen wurden, zur Gruppenbildung und Themenfindung für ihre Forschungsprojekte treffen konnten“, sagt Julia Förster, die das Programm für die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein betreut. „Die eigenen, kleinen Forschungsprojekte bilden den Schwerpunkt des zweiten Förderjahrs“, ergänzt Dr. Bernd Klose, Programmkoordinator seitens der Universität Siegen.

Für die Teilnehmenden, die 2019 ins Coaching-Programm „MINToringSi“ gestartet sind, hat das zweite Förderjahr begonnen. Ende September haben sie sich getroffen und Überlegungen hinsichtlich möglicher Themen angestellt.

Daher hatten die vier MINToren diesmal nicht nur die Aufgabe, die 21 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler heimischer Gymnasien und Gesamtschulen bei der Themenfindung und -konkretisierung zu unterstützen, sondern sie mussten sich auch im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie das unter den Corona-bedingten Regelungen ablaufen kann. Damit beispielsweise die Abstandsregelungen eingehalten werden konnten, wurden die am Programm Teilnehmenden in der Aula am Paul-Bonatz-Campus der Universität Siegen begrüßt.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler von MINTor Kevin Suta mit der weiteren Planung der Projektphase vertraut gemacht wurden, bekamen sie anhand von Beispielprojekten der vergangenen Jahrgänge einen Eindruck davon, in welche Richtungen die Projektarbeiten gegangen sind. Zur Veranschaulichung zeigte MINTor Till Staschko den Anwesenden den Prototypen aus dem vergangenen Jahr, mit dem die damalige Siegergruppe mit der Energiegewinnung beim Fahrradfahren überzeugte.

In Kleingruppen konkretisierten die Teilnehmenden von „MINToringSi“ mögliche Themen für ihre Forschungsprojekte.

Anschließend waren die Kreativität und persönlichen Interessen der MINTees gefragt. Nach einem kurzen Brainstorming sind die Vorschläge im Plenum gesammelt und hinsichtlich ihrer Machbarkeit diskutiert worden. „Das lief Corona-bedingt etwas holprig ab, zumal die geforderten Abstandsregelungen in der Aula die Verständigung in einem derart großen Saal nicht unbedingt begünstigt haben“, resümiert Dr. Bernd Klose im Nachgang der eineinhalbtägigen Veranstaltung. „Trotzdem sind wir sehr froh darüber, dass die Veranstaltung überhaupt durchgeführt werden konnte und, dass die MINTees so kurzfristig kommen konnten“, unterstreicht Julia Förster.

Die Vorhaben der einzelnen Kleingruppen werden im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Nach der Gruppeneinteilung im Plenum haben sich die drei Kleingruppen auf drei Räume verteilt, wo sie mit ihrem jeweiligen MINTor weitere Überlegungen hinsichtlich des Themas angestellt haben. Aktuell sieht es danach aus, dass sich das Projekt der Gruppe von MINTor Till Staschko mit einer autarken Wetterbox befassen wird, welche sich nach Möglichkeit durch erneuerbare Energien oder Abfallprodukte wie Biomüll selbst mit dem nötigen Strom versorgt. Die Gruppe von MINTor Paulus Aleksa hat als mögliches Thema eine Magnetschwebebahn als ökologische Transportidee von Gütern ins Auge gefasst. Die Gruppe von MINTor Kevin Sutas vertieft die Idee der Bionik, voraussichtlich am Beispiel einer „atmungsaktiven“ Wand nach Muster eines Termitenbaus.

„Während der Projektphase werden die Schülerinnen und Schüler von ihren MINToren (Studenten sowie Assistenten und Doktoranden der MINT-Fächer an der Universität Siegen) unterstützt“, erläutert Julia Förster. „Somit sind sie nicht auf sich allein gestellt, sondern können von dem Fachwissen, den Erfahrungen und den Netzwerken ihrer Coaches profitieren “, ergänzt Dr. Bernd Klose.

Damit die MINToringSi-Teilnehmenden mit dem Handwerkszeug für den Zwischenbericht, der Ende November abgegeben werden muss, gerüstet sind, bieten die MINToren Anfang November einen Schreibworkshop zum wissenschaftlichen Arbeiten an.

Text und Fotos: Julia Förster

Business-Knigge für Programmabsolventen von MINToringSi

Teilnehmende und Koordinatoren des MINToringSi Jahrgangs 2017 mit Knigge-Trainerin Marion Ising

Zum Abschluss des Coaching-Programms „MINToringSi – Masterstudierende und Doktoranden begleiten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein MINT-Studium“ haben die Teilnehmenden des Jahrgangs 2017 ein intensives Business-Knigge-Seminar im Hotel Pfeffermühle in Siegen durchlaufen. „Knigge-Trainerin Marion Ising hat den Teilnehmenden während des Seminars und beim anschließenden moderierten Knigge-Dinner professionelle Tipps gegeben und für viele Aha-Erlebnisse gesorgt“, stellt Julia Förster fest, die das Programm für die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein betreut. Dabei stand das Thema Wertschätzung in allen Bereichen im Vordergrund.

Knigge-Trainerin Marion Ising hat während des Business-Knigge-Seminars und beim anschließenden moderierten Knigge-Dinner professionelle Tipps gegeben und für viele Aha-Erlebnisse bei den Teilnehmenden gesorgt.

„Wer grüßt wen?“, „Wie sieht Handschlag in Zeiten von Corona aus?“, „Wie trete ich sicher und taktvoll auf?“, „Welche Macht hat der erste Eindruck?“ – das sind nur einige der Themen, die Marion Ising angesprochen hat. „Dadurch haben die Programmabsolventen eine wertvolle Vorbereitung für den Berufsstart erhalten und dabei die neuen Corona-bedingten Regelungen berücksichtigt“, sagt Dr. Bernd Klose, Koordinator seitens der Universität Siegen.

Nach dem theoretischen Teil konnten die Teilnehmenden selbst erleben, wie ein Sektempfang – mit dem häufig gefürchteten Smalltalk – professionell gemeistert wird. In dem Zusammenhang haben sie erfahren, wie beispielsweise das Glas stilvoll am Stiel gefasst wird oder was getan wird wenn noch ein Teller mit Häppchen hinzukommt.

Teilnehmende und Koordinatoren des MINToringSi Jahrgangs 2017 mit Knigge-Trainerin Marion Ising (vordere Reihe Mitte)

Anschließend wurden die Teilnehmenden beim moderierten Business-Essen nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern sie haben in aufgelockerter Atmosphäre gelernt, die Tücken des gesellschaftlichen Parketts geschickt zu meistern. Während des fünf-Gänge-Menüs haben die Teilnehmenden die korrekte Anordnung und Verwendung des Bestecks kennengelernt. „Darüber hinaus wurde bei der Menüauswahl im Vorfeld darauf geachtet, dass es Gänge gibt, bei denen ein Abenteuereffekt entsteht“, erläutert Knigge-Trainerin Marion Ising. Daher wurden beispielweise zum Hauptgang wahlweise Wachteln oder Avocados gereicht, bei denen überlegt werden musste, ob sie mit Messer und Gabel gegessen werden oder vielleicht in die Hand genommen werden.

Nach dem Business-Knigge-Seminar zieht Dr. Bernd Klose, der das Programm seitens der Universität Siegen betreut, ein positives Fazit: „Das Knigge-Seminar hat einmal mehr dazu beigetragen, dass die Schülerinnen und Schüler einen Mehrwert aus der Teilnahme am MINToringSi-Programm ziehen und es begeistert abschließen“. Julia Förster, Programmkoordinatorin seitens des Arbeitgeberverbandes ergänzt: „Mit dem Business-Knigge sind die Teilnehmenden nun über die aktuellen Umgangsformen 2020 informiert und profitieren von einem sicheren und stilbewussten Auftreten im beruflichen Alltag.“

Text und Fotos: Julia Förster

Energiegewinnung beim Fahrradfahren überzeugte Jury

Mitte Mai hat sich die Jury des Coaching-Programms „MINToringSi – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein MINT-Studium“ per Videokonferenz zusammengefunden, um den Sieger der Projektarbeiten zu ermitteln.

Mit ihrer mobilen Multfunktionskühlbox erreichte die Gruppe von MINTor Steven Schellert den zweiten Platz. (Foto: Steven Schellert)

In Teamarbeit hatten sich fünf Gruppen von Abiturienten heimischer Schulen fünf Monate lang mit der Ausarbeitung eines selbstgewählten MINT-Themas befasst. „Sie haben sich mit Fragestellungen beschäftigt, die in Umfang und Interdisziplinarität über die schulüblichen Arbeiten hinausgehen. Dabei haben sie Aufgaben übernommen, die im Studium oder Berufsleben auf sie zukommen“, sagt Dr. Bernd Klose, Programmkoordinator seitens der Universität Siegen. „MINToren und MINTees profitieren bei MINToringSi gleichermaßen“, ergänzt Julia Förster, die das Programm für den Arbeitgeberverband Siegen-Wittgensteins betreut. Die MINTees können bereits vor dem offiziellen Studienbeginn Eindrücke sammeln, wie ein MINT-Studium abläuft und schon erste Kontakte knüpfen. „Die MINToren lernen durch das Programm eine Gruppe zu führen, zu koordinieren und auch zu motivieren. Auf diese Weise werden klassische Tugenden wie Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit gefordert und gefördert“, sagt Julia Förster.

Nach der vorangegangenen schriftlichen Ausarbeitung der Projekte haben alle Gruppen normalerweise während der abschließenden Festveranstaltung die Gelegenheit, ihre Projekte inklusive der konstruierten Prototypen einem interessierten Publikum aus Vertretern von Unternehmen, der Universität Siegen, Schulvertretern und Eltern zu präsentieren. Da diese Feierstunde aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden kann, hat die Jury bei ihrer Bewertung die ausgearbeiteten Abschlussberichte und die gefertigten Prototypen zugrunde gelegt und eine Siegergruppe ermittelt.

Jannis Thiel (links) und Leonard Thißen (rechts) befestigen Magnete und Magnethalterungen an den Speichen des Fahrrads. Durch die Magnete sowie die an der Federgabel befestigte Spule wird Strom erzeugt, welcher beispielsweise genutzt werden kann, um ein Handy oder eine Powerbank zu laden. Die Jury belohnte die Arbeit der Gruppe mit dem ersten Platz. (Foto: Ines Münker)

Das Thema der Siegergruppe ist die Energiegewinnung beim Fahrradfahren. Unter Betreuung von Ines Münker und Lisa Randolph hatten es sich Leon Galbas, Katja Niggemann, Jona Schellhorn, Jannis Thiel und Leonard Thißen zum Ziel gesetzt, elektrische Energie auf eine umweltfreundliche und vor allem praktische Art und Weise zu erzeugen. Dabei war es dem Team wichtig, dass die speziell bei Bergabfahrten freiwerdende überschüssige Energie gespeichert und weiterverwendet wird.

„Die Arbeit des Gewinnerteams überzeugte durch ein ausgeprägtes Maß an Termintreue und zielgerichteter Bearbeitung des Themas“, sagt Julia Förster, Programmkoordinatorin seitens des Arbeitgeberverbandes. „Der entwickelte Prototyp beeindruckt durch seine „Beinahe-Marktreife“ für den DIY-Sektor (Do-It-Yourself). Außerdem sticht die Arbeit aus akademischer Sicht durch die sehr gute Dokumentation heraus“, ergänzt Dr. Bernd Klose, der das Programm seitens der Universität Siegen betreut.

Den Prototypen der recycelten Kleinstwindkraftanlage zur nachhaltigen Stromgewinnung bewertete die Jury ebenfalls mit dem zweiten Platz. (Foto: Willis Muganda)

Die Bandbreite der Arbeiten umfasste neben dem Siegerprojekt ein RFID-gesteuertes Magnetschloss, eine mobile Multifunktionskühlbox, die klimaneutrale Produktion von Wasserstoff als transportable Energiequelle sowie die nachhaltige Stromgewinnung durch eine Kleinstwindkraftanlage aus recycelten Materialien und Elektrokomponenten.

Die Gruppe von MINTor Willis Muganda schaute sich die Kleinstwindkraftanlage auf dem Dach der Universität Siegen einmal genauer an, um Erkenntnisse für den Bau des eigenen Prototypen zu gewinnen. (Foto: Willis Muganda)

MINToringSi ist ein gemeinsames Programm des VdSM als Verband der mittelständischen Industrieunternehmen, der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen und der Bezirksregierung Arnsberg. Seit 2008 fördert es in jeweils drei Jahre langen Mentoren-Beziehungen den Übergang vom Abitur bis in die ersten Semester an der Universität. Dadurch sollen die Teilnehmer von MINToringSi bei ihrer Studienorientierung in einem MINT-Fach unterstützt werden. Die Abkürzung „MINT“ steht dabei für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Durch das genau auf die Bedarfe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgestimmte Konzept konnten gerade die in MINT-Fächern besonders hohen Studien-Abbrecherzahlen nahezu auf null reduziert werden. Darüber hinaus trägt das Programm dazu bei, den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern.

Text: Julia Förster

Startschuss für neuen MINToringSi-Jahrgang gefallen

In einer Feierstunde erhielten die Schülerinnen und Schüler ihre Aufnahme-Zertifikate in das Programm MINToringSi.

Gestern fand der offizielle Startschuss für den mittlerweile siebten Jahrgang des Programms MINToringSi im Haus der Siegerländer Wirtschaft in Siegen statt zu dem neben den am Programm teilnehmenden Schülerinnen und Schülern auch Eltern, Lehrer sowie Vertreter der Universität Siegen, der Bezirksregierung Arnsberg und des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen e.V. (VdSM) gekommen waren.

Insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe heimischer Gymnasien und Gesamtschulen (Johannes-Althusius-Gymnasium Bad Berleburg, Städtisches Gymnasium Bad Laasphe, Gymnasium Stift Keppel in Hilchenbach, Clara-Schumann Gesamtschule Kreuztal, Städt. Gymnasium Kreuztal, Gymnasium Netphen, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Neunkirchen, Peter-Paul-Rubens-Gymnasium Siegen, Evangelisches Gymnasium Siegen-Weidenau, Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium der Stadt Siegen, Gymnasium Wilnsdorf) erhielten am Ende der Feierstunde ihre Aufnahmeurkunden für das regionale Bildungsprogramm.

Dipl.-Ing. Jörg Dienenthal, Vorsitzender des VdSM, machte in seinem Grußwort deutlich, dass diejenigen, die ein MINT-Studium aufnehmen, als zukünftige Fachkräfte für unsere Unternehmen gebraucht werden.

MINToringSi ist ein gemeinsames Programm des VdSM als Verband der mittelständischen Industrieunternehmen, der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen und der Bezirksregierung Arnsberg. Seit 2008 fördert es in jeweils drei Jahre langen Mentoren-Beziehungen den Übergang vom Abitur bis in die ersten Semester an der Universität. Dadurch sollen die Teilnehmer von MINToringSi bei ihrer Studienorientierung in einem MINT-Fach unterstützt werden. Die Abkürzung „MINT“ steht dabei für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. „Mithilfe von MINToringSi möchten wir junge Menschen dazu motivieren, ein MINT-Studium aufzunehmen. Denn wir brauchen sie als zukünftige Fachkräfte für unsere Unternehmen“, sagte Dipl.-Ing. Jörg Dienenthal, Vorsitzender des VdSM, in seinem Grußwort.

Prof. Dr. Holger Foysi, Prodekan der Naturwissenschaftlich Technischen Fakultät (IV) der Universität Siegen, betonte in seinem Grußwort wie wichtig es ist, verschiedene wissenschaftliche Disziplinen zu vernetzen: „Wir sollten Interdisziplinarität stärker als Chance begreifen um aktuelle und zukünftige Probleme besser lösen zu können.“

OStD Dr. Dennis Draxler, der ein Grußwort seitens der Bezirksregierung Arnsberg an die Teilnehmer richtete, hob hervor, dass uns die Jugend mit der „Fridays for Future“ Bewegung mehr als deutlich macht, rücksichtsvoller mit unserer Umwelt umzugehen. Aus Sicht Draxlers gelingt das, wenn man „neue Sparsamkeit“ mit „technischer Innovation“ kombiniert. „Und wer soll für technische Innovationen sorgen, wenn nicht Fachkräfte aus dem MINT-Bereich“, sagte er.

Anschließend stellten sich die MINToren persönlich vor und erläuterten die weiteren Programmplanungen.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Christ war der Festredner des Abends.

Festredner des Abends war Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Christ, der den Lehrstuhl für Materialkunde und Werkstoffprüfung im Institut für Werkstofftechnik des Departments Maschinenbau der Universität Siegen leitet. Sein Vortrag behandelte das Thema „Materialermüdung“ und zeigte auf, warum es trotz Forschungsanstrengungen seit mehr als 160 Jahren zur Aufklärung dieses Phänomens immer noch zu spektakulären Schadensfällen durch Materialermüdung kommt, so dass Züge entgleisen und Flugzeugturbinen explodieren.

Text & Fotos: Julia Förster

MINToren gaben Tipps zum Zwischenbericht

Wie wird der Zwischenbericht gegliedert? Was gehört zum Beispiel in die Einleitung, was in den Hauptteil? Wie werden (Bild-)Quellen angegeben? Antworten auf diese und weitere Fragen haben Anfang November 22 Schülerinnen und Schüler des Coaching-Programms „MINToringSi – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein MINT-Studium“ im Rahmen eines Schreibworkshops erhalten.

Organisiert hatten den Workshop die MINTorinnen und MINToren, die sich aus Studierenden sowie Assistenten und Doktoranden der MINT-Fächer an der Universität Siegen zusammensetzen. „Die MINToren haben den Workshop angeboten, um den Schülerinnen und Schülern Tipps für die schriftliche Ergebnisdokumentation des Forschungsprojektes zu geben, welches im Fokus des zweiten Förderjahres steht“, sagt Dr. Bernd Klose, Programmkoordinator seitens der Universität Siegen.

Der erste Teil des Schreibworkshops an der Universität Siegen fand im Plenum statt. Die MINTorinnen und MINToren gaben den Teilnehmenden zahlreiche Informationen zum Wissenschaftlichen Schreiben. Sie wiesen nicht nur auf formale Dinge wie die Schriftgröße oder den Zeilenabstand hin, sondern sie informierten auch darüber, wie beispielsweise das Inhaltsverzeichnis aufgebaut wird oder dass die Kostenkalkulation des Projektes zwar ein wichtiger Bestandteil der Dokumentation ist, aber in voller Detailtiefe in den Anhang gehört.

Im zweiten Teil des Workshops haben sich die Teilnehmenden in den fünf Kleingruppen zusammengefunden. Dort haben sie weiter recherchiert und an einzelnen Textpassagen gearbeitet. Aktuell sieht es danach aus, dass sich fast alle Projekte mit dem Themenkomplex „Erneuerbare Energien“ und „Stromerzeugung“ befassen werden.

Am Ende des Tages zieht Julia Förster, die das Programm für den Arbeitgeberverband Siegen-Wittgenstein betreut, ein positives Resümee: „Der Schreibworkshop hat dazu beitragen, dass die MINToringSi-Teilnehmenden mit dem Handwerkszeug für den Zwischenbericht, der Ende November abgegeben werden muss, gerüstet sind.“

Text & Fotos: Julia Förster

MINToringSi-Projektphase gestartet

Gemeinsam überlegen MINToren und MINTees welche von den Schülerinnen und Schülern vorgeschlagenen Themen sich umsetzen lassen und welche eher nicht.

Für die 25 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler heimischer Gymnasien und Gesamtschulen, die 2018 ins Programm „MINToringSi – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein MINT-Studium“ gestartet sind, hat das zweite Förderjahr begonnen. Nachdem die Teilnehmer/-innen im ersten Förderjahr des Coaching-Programmes in einer Feierstunde offiziell ins Programm aufgenommen wurden und durch zwei Exkursionen sowie ein MINT-Camp an der Universität Siegen mit dem MINT-Bereich vertraut gemacht wurden, steht im zweiten Förderjahr ein eigenes kleines Forschungsprojekt im Fokus.

„Im Team können wissenschaftliches Arbeiten geübt und wichtige Kompetenzen für den MINT-Studienalltag erworben werden“, sagte Dr. Bernd Klose, Programmkoordinator seitens der Universität Siegen. „Die vertiefenden Einblicke tragen dazu bei, Studien- und Berufsperspektiven zu konkretisieren“, ergänzte Julia Förster, die das Programm für den Arbeitgeberverband Siegen-Wittgenstein betreut. Neben dem praktischen Forschungsteil umfasst die Arbeit eine schriftliche Ergebnisdokumentation sowie eine mündliche Präsentation, die im kommenden Jahr im Rahmen einer Feierstunde vorgestellt werden.

Bei dem Treffen an der Universität Siegen haben sich die Teilnehmenden in fünf Kleingruppen mit jeweils fünf Personen zusammengefunden und erste Überlegungen hinsichtlich möglicher Themen für ihr Forschungsprojekt angestellt. Aktuell sieht es danach aus, dass sich einige der Projekte mit dem Themenkomplex „Erneuerbare Energien“ und „Stromerzeugung“ befassen werden. Darüber hinaus wurden innerhalb der Gruppen bereits Ziele und Aufgaben des Projektes überlegt. Weiterhin sind teilweise schon Rollen – wie etwa Projektmanager und Finanzminister – verteilt worden. Auch Kommunikationsmittel, wie zum Beispiel per E-Mail oder WhatsApp-Nachrichten, sind geklärt worden.

„Während der Projektphase sind die Schülerinnen und Schüler nicht auf sich allein gestellt. Unterstützt werden sie von ihren MINToren (Studentinnen und Studenten sowie Assistenten und Doktoranden der MINT-Fächer an der Uni Siegen), die in den vergangenen Jahren zum Teil selbst als MINTees am Programm teilgenommen haben“, erläutert Julia Förster. Während der Veranstaltung an der Universität Siegen haben die MINToren den Schülerinnen und Schülern Informationen zum zweiten Förderjahr gegeben und ihnen aufgezeigt, inwiefern sie Unterstützung von ihnen erhalten können. So bieten die MINToren Anfang November einen Schreibworkshop zum wissenschaftlichen Arbeiten an damit die MINToringSi-Teilnehmenden mit dem Handwerkszeug für den Zwischenbericht, der Ende November abgegeben werden muss, gerüstet sind. Außerdem haben die MINToren einen Plan mit Vorlesungen zusammengestellt, die die Schüler-/innen besuchen können, um bereits jetzt ein Gefühl fürs Studieren zu bekommen.

Abgerundet wurde die Informationsveranstaltung mit einem gemeinsamen Besuch im Restaurant „Gartenhaus“ in Siegen-Weidenau.

Text und Foto: Julia Förster

MINToringSi zu Besuch bei GEORG

Thomas Weber (links im Bild) gewährte den MINToringSi-Teilnehmenden Einblicke in verschiedene Unternehmensbereiche der Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik.

Was machen Vertriebsingenieure und Projektleiter in einem Maschinenbauunternehmen? Und wie wird man Vertriebsingenieur bzw. Projektleiter? Antworten auf diese und weitere Fragen bekamen Ende Mai rund 20 Schülerinnen und Schüler des Programms „MINToringSi – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein MINT-Studium“, als sie die Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik in Kreuztal-Buschhütten besuchten. Begleitet wurden sie von fünf MINToren sowie den Programmkoordinatoren Dr. Bernd Klose (Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät der Universität Siegen) und Julia Förster (Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V.). Als Gesprächspartner seitens des Unternehmens standen neben Thomas Weber, Leiter Customer & Business Partner Relations, Personalsachbearbeiterin Vanessa Koll sowie Vertriebsingenieur Markus Söhngen und Projektleiter Jens Klein zur Verfügung.

Zunächst einmal begrüßte Thomas Weber die Teilnehmenden am GEORGhaus, das 2013 bezogen wurde. Beim Gang durchs Haus informierte er darüber, dass sich am Standort Kreuztal 377 Beschäftigte befinden, weltweit sind es rund 500 Beschäftigte. Heute wird das 1948 von Heinrich Georg gegründete Familienunternehmen in vierter Generation von Diplom-Wirtschaftsingenieur Mark Georg geführt. Das mit den drei Produktbereichen Bandanlagen, Werkzeugmaschinen und Trafoanlagen bestehende Unternehmen hat einen Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro. Bei den Fertigungsanlagen für die Transformatorenindustrie ist das Unternehmen mit einem internationalen Marktanteil von ca. 60 Prozent Weltmarktführer.

Neben dem GEORGhaus bekamen die MINToringSi-Teilnehmenden auch Einblicke in andere Unternehmensbereiche, wie die Fertigung und Montage. In den Montagehallen konnten die Exkursionsteilnehmer u.a. die neu produzierten Bandanlagen und Walzenschleifmaschinen aus nächster Nähe betrachten. Dass sich das traditionsreiche Unternehmen nicht vor Veränderungen scheut, stattdessen stets den Blick in die Zukunft richtet und mit der Zeit geht, wird auch an der eigenen Entwicklungsabteilung, der „GEORGinnovation“, deutlich, die sich mit Industrie X.0 beschäftigen. Hier arbeiten fünf Ingenieure und Informatiker, die sich um neue Technologien und Geschäftsmodelle Gedanken machen und neue Produktideen entwickeln. „Wir investieren nach vorne.

Während des Betriebsrundgangs lernten die MINToringSi-Teilnehmenden auch die Lehrwerkstatt „GEORGlernwerk“ kennen. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 30 Auszubildende und duale Studenten in verschiedenen Berufen und Studiengängen. Eine kaufmännische Ausbildung ist genauso möglich wie zum Beispiel die Ausbildung zum Industrie- und  Zerspanungsmechaniker oder die Ausbildung zum technischen Produktdesigner oder Elektroniker für Betriebstechnik. Ein Schwerpunkt neben dem Betriebsrundgang bildete der Austausch mit Vertriebsingenieur Markus Söhngen und Projektleiter Jens Klein, die beide ihre individuellen Werdegänge ins Unternehmen vorstellten und alle Fragen der Gäste beantworteten. Markus Söhngen absolvierte von 2004 bis 2008 ein Duales Maschinenbaustudium an der Universität Siegen. Dadurch war bereits der Kontakt zu einem Unternehmen hergestellt, in dem er anschließend vier Jahre lang als Projektingenieur im Vertrieb arbeitete. Seit Herbst 2012 ist der heute 34-Jährige bei der Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik fest eingestellt. Als Vertriebsingenieur im Produktbereich Trafoanlagen begleitet er Projekte vom ersten Kundengespräch bis hin zum Vertragsabschluss. Darüber hinaus steht er, gemeinsam mit den Servicekollegen, dem Kunden über den gesamten Lebenszyklus seiner GEORG Anlage als Ansprechpartner zur Seite.

Der gleichaltrige Jens Klein absolvierte von 2005 bis 2011 ein Maschinenbaustudium an der Universität Siegen. Seine Diplomarbeit, eine Untersuchung zum Längenausgleich von Streifen an Längsteilanlagen, schrieb er in Zusammenarbeit mit der Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik. Danach folgte die Anstellung bei GEORG, wo er bis heute im Bereich Projektmanagement tätig ist.

„Ziel des Tages war es, den am MINToringSi-Programmteilnehmenden Einblicke in die Geschäftsbereiche eines Maschinenbauunternehmens zu geben und aufzuzeigen, wie mögliche Karrierewege in diese Branche aussehen können“, sagte Julia Förster, Programmkoordinatorin seitens der Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein. Dr. Bernd Klose, Programmkoordinator seitens der Universität Siegen, ergänzte: „Anhand beider Werdegänge haben die MINToringSi-Teilnehmenden erfahren, wie wichtig es sein kann, frühzeitig Kontakte zu (Wunsch-) Arbeitgebern zu knüpfen und dafür Netzwerke wie z. B. MINToringSi zu nutzen.“

Im MINToringSi-Camp selbst experimentiert

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des MINT Camps 2019

18 Schülerinnen und Schüler verschiedener heimischer Gymnasien und Gesamtschulen hatten am vergangenen Wochenende die Gelegenheit, die Universität Siegen und ihre potentiellen Studienfächer im Rahmen eines MINT-Camps näher kennenzulernen. Diese eineinhalbtägige Veranstaltung ist Bestandteil von MINToringSi, einem gemeinsamen Programm des Verbandes  der Siegerländer Metallindustriellen e.V. (VdSM), der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen und der Bezirksregierung Arnsberg. Ziel ist es, angehende Abiturientinnen und Abiturienten bei ihrer Studienorientierung in einem MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu unterstützen und den Übergang an die Hochschule in den ersten Semestern zu begleiten. „Das MINT-Camp ist aus unserer Sicht ein sehr guter Baustein im Programm, der den Schülerinnen und Schülern praktische Anwendungsfelder der Studieninhalte zeigt“, sagt Julia Förster, die das Programm für den Arbeitgeberverband Siegen-Wittgenstein betreut. „Die MINT-Fächer werden dadurch mit Leben gefüllt und die Workshops helfen dabei, Begeisterung zu wecken und so die Motivation für ein Studium zu stärken.“

Am ersten Tag des MINT-Camps lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Einrichtungen der Universität Siegen kennen. Begonnen wurde mit einem gemeinsamen „Mensatest“. Dabei konnten der Ablauf dieser Einrichtung kennengelernt und das bekannt schmackhafte Essen probiert werden. Danach gab Annbritt Siebert von der Zentralen Studienberatung eine Einführung in das Studienangebot der heimischen Hochschule und zwar mit dem Schwerpunkt MINT-Fächer. Die Studienberaterin sprach unter anderem die Themen Bewerbung, Einschreibung und Numerus Clausus an. Anschließend folgte eine Uni-Rallye, die im Vorfeld von den Programm-Betreuern, den sogenannten MINToren, organisiert wurde. Während der Rallye über das Universitätsgelände wurden die Schülerinnen und Schüler mit Fragen zu den universitären Einrichtungen „gelöchert“. Darüber hinaus gab es kleinere Aufgaben, wie zum Beispiel in der Hölderlinbibliothek ein Buch anhand einer Signatur zu finden. „Die von den MINToren organisierte Uni-Rallye und der Austausch mit der Studienberaterin helfen den potentiellen Studierenden sich bereits vorab zu orientieren. So können sie effektiver ins Studium starten“, sagt Dr. Bernd Klose, Geschäftsführer der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät und Projektbetreuer seitens der Universität.

An Tag zwei des MINT-Camps hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich unter Anleitung ihrer MINToren, mit naturwissenschaftlich-technischen Experimenten näher zu beschäftigten. Dazu wurden drei Gruppen gebildet, die zwischen den verschiedenen Stationen wechselten, sodass jeder am Ende alle Experimente kennengelernt hat. „Die Grundlagen der Versuche haben wir zum Beispiel anhand von Präsentationen mit Bildern und Videos dargestellt“, sagt MINTor Steven Schellert. Dadurch wollte man für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleiche Voraussetzungen schaffen.

Im Experiment von Steven Schellert wurde eine Münze in ein Kupferbad eingetaucht und danach unters Mikroskop gelegt.

Im Experiment von MINTor Steven Schellert und MINTor Matthias Weber wurde eine Münze in ein Kupferbad eingetaucht und anschließend unters Mikroskop gelegt. Ziel des Experiments war es, zu sehen, wie die Kupferschicht gewachsen ist. Das Experiment der MINTorinnenen Lisa Randolph und Ines Münker lieferte Einblicke in die Geschichte der Geheimsprachen. Die Schülerinnen und Schüler entdeckten die Bedeutung von Kryptographie im Mittelalter, indem sie u.a. ein Mordkomplott mithilfe einer Entschlüsselung durch stochastische Methoden aufdeckten. Sie begegneten außerdem Alan Tourings Strategie zur Entschlüsselung der „Enigma“ und erkannten die Unerlässlichkeit funktionierender Verschlüsselung in der modernen digitalen Welt. Im Experiment von Lea Klein ist in einer verdünnten Wasserglaslösung ein farbreicher chemischer Kristallgarten gewachsen. Darüber hinaus wurden mittels Flammenfärbungsversuchen verschiedene Elemente des Periodensystems ermittelt.

Nachdem die einzelnen Gruppen alle Experimente durchlaufen hatten, gab es noch eine Reflexion im Plenum. „Alles in Allem war das MINT-Camp für die Teilnehmenden eine sehr gute Möglichkeit – sich fernab des regulären Schulunterrichts – etwas intensiver mit MINT-Fächern zu beschäftigen “, zog Dr. Bernd Klose ein positives Resümee.

MintoringSi-Teilnehmer extrahieren Rapsöl bei Bayer

Bei der Bayer CropScience AG am Standort Monheim lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des MINToringSi-Programmes, wie mithilfe der Soxhlet-Extraktion Rapsöl aus Rapssamen gewonnen wird.

Wie wird Rapsöl gewonnen? Wie wird die Jodzahl von Rapsöl bestimmt? Welche Jodzahl hat Rapsöl im Vergleich zu anderen Pflanzenölen? Antworten auf diese und weitere Fragen haben kürzlich 25 Schülerinnen und Schüler des Coaching-Programms „MINToringSi“ bei der Bayer AG, Division CropScience am Standort Monheim erhalten. Begleitet wurden die Nachwuchsforscherinnen und -forscher von drei MINToren sowie den Programmkoordinatoren Dr. Bernd Klose (Universität Siegen) und Julia Förster (Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V.).

Vor Ort erhielten die Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer zunächst einmal einen Eindruck vom weitläufigen Gelände der Bayer Crop Science AG – einem Teilkonzern der Bayer AG. Die Pflanzenforschung des Bayer-Konzerns ist seit 2009 an einem eigenen Standort vertreten. Neben der Konzernzentrale Bayer CropScience, der Chemischen Forschung, dem Tropicarium und der Substanzbibliothek gibt es am Standort Monheim beispielweise noch das Institut für Fungizide und das Institut für Insektizide. Drei technisch hochwertig ausgestattete Schülerlabore, die sogenannten „Baylabs“ bieten bis zu dreißig Schülern Platz und ergänzen das umfangreiche Angebot der Wissensmehrung und Wissensvermittlung. Bevor es für die Nachwuchsforscherinnen und -forscher in die Baylabs ging, versammelten sie sich in einem Seminarraum. Dort erfuhren sie von Baylab-Referentin Dr. Corinna Es-Sayed unter anderem welche globalen Trends es in der Landwirtschaft gibt. Zu diesen Trends zählen neben einer schrumpfenden Anbaufläche und veränderten Essgewohnheiten einer stark wachsenden Weltbevölkerung auch die Globalisierung und der Klimawandel. Die Baylab-Referentin verdeutlichte ihren Zuhörern außerdem, dass Pflanzenschutzforschung viel Zeit und Geld kostet. Vom ersten Labortest bis zur Marktzulassung eines Pflanzenschutzmittels vergingen durchschnittlich zehn bis vierzehn Jahre und die Investitionen würden im Durchschnitt rund 250 Millionen Euro betragen.

Nachdem die MINToringSi-Programmgruppe mit Gefahrstoff- und Sicherheitshinweisen vertraut gemacht wurde, war es an der Zeit, die Jacken gegen Laborkittel und Schutzbrillen auszutauschen. Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in gleich große Gruppen auf die drei Labore aufgeteilt. Dort lernten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wie Rapsöl aus Rapssamen gewonnen wird. Zunächst zerkleinerten sie den Rapssamen mit einem Mörser. Anschließend wurde mithilfe von Heptan in einer Soxhlet-Extraktion das Rapsöl aus den Rapssamen extrahiert. Darüber hinaus gab es von der Baylab-Referentin die Aufgabe, die Jodzahl des Rapsöls und weiterer Speiseöle zu bestimmen und zu vergleichen. Bei den durchgeführten Versuchen lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem, dass das gewonnene Rapsöl nicht nur in der Küche für die Zubereitung von Salaten verwendet werden kann, sondern sich auch chemisch umwandeln lässt, um zum Beispiel als Biodiesel Autos anzutreiben.

„Uns ist es wichtig, dass die MINT-interessierten Schülerinnen und Schüler frühzeitig Perspektiven und Ziele entwickeln, die ihnen auch über eventuelle ‚Durststrecken‘ während des Studiums hinweghelfen“, betont Dr. Bernd Klose, der das Projekt seitens der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen betreut. „MINToren und MINTees profitieren bei MINToringSi gleichermaßen“, ergänzt Julia Förster, die die Betreuung des Projektes seitens des Arbeitgeberverbandes Siegen-Wittgensteins übernommen hat. Die MINTees können bereits vor dem offiziellen Studienbeginn Eindrücke sammeln, wie ein MINT-Studium abläuft und schon erste Kontakte knüpfen. „Die MINToren lernen durch das Programm eine Gruppe zu führen, zu koordinieren und auch zu motivieren. Auf diese Weise werden klassische Tugenden wie Teamfähigkeit, und Zuverlässigkeit gefordert und gefördert“, so Julia Förster weiter.

Seit 2008 fördert das Programm in jeweils drei Jahre dauernden Mentoren-Beziehungen den Übergang von der Schule an die Universität. Durch das genau auf die Bedarfe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgestimmte Konzept konnten gerade die in MINT-Fächern besonders hohen Studien-Abbrecherzahlen nahezu auf Null reduziert werden. Der Verband der Siegerländer Metallindustriellen trägt in der Kooperation mit der Universität Siegen mit dem Programm dazu bei, den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Unterstützt wird MINToringSi zudem von der Bezirksregierung Arnsberg.